Beziehungsspeck und giftige Gedanken

Hallo meine Lieben!

Heute kommt von mir mal ein Post der etwas anderen Art. Und zwar möchte ich mit euch über den fiesen kleinen Teufel namens reden.

Wer von euch kennt das nicht? Man ist Single, hat sein Auge auf jemanden geworfen - und fühlt sich in der eigenen Haut auf einmal nicht mehr so richtig wohl.

Bin ich zu dick? Stört ihn meine große Nase? Hoffentlich habe ich nichts dummes gesagt. Ob ihm das Kleid gefällt? Sehe ich in der Jeans auch wirklich gut aus?


Solche und ähnliche Gedanken hatte ich, als ich auf meinen Ex traf. Ich bin nicht wirklich dick, und normalerweise fühle ich mich tatsächlich sehr wohl in meiner Haut. Doch dieser Kerl hat es mir wirklich leicht gemacht, zu Zweifeln. Er selbst war von der sportlichen Sorte, hatte sogar einen Nebenjob als Trainer und war Azubi im Handwerksbereich. 2 Knochenjobs, die es wirklich insich haben. da fällt der Blick in den Spiegel mit der Zeit immer schwerer - und mit meinen damals 64-66 kg habe ich mich immer bescheidener gefühlt.
Ich habe angefangen, Sport zu machen, auf meine Ernährung etwas mehr zu achten und habe von Cassey Ho den POP PILATES FOR BEGINNERS CALENDAR verfolgt. Und, oh Wunder - auf einmal war alles fester, Blicke folgten mir. Ich wurde mir bewusst, dass mein Körper auf einmal anziehnder wirkte. Es war wie Magie.

Doch auf jede Euphorie folgt etwas, das sich zuerst wie Resignation anfühlt und dann zu einem bösen Erwachen führte (ich glaube ich brauche nicht erwähnen, dass es mit dem Kerl nicht lange funktioniert hat ;)) - ich hatte schlichtweg keine Lust, irgendwas an mir weiter zu verbessern. Mir fehlte die Zeit, um mich ernsthaft sportlich zu betätigen, zumindest wenn man es jeden Tag machen soll. Und oooohhhh, diese vielen kleinen Leckerbissen…

Dazu kommt noch, dass ich jetzt in einer ganz anderen Art von Beziehung bin. Ich liebe ihn, er liebt mich - Akzeptanz steht ganz oben auf der Liste. Und so sollte es doch auch sein, oder nicht? Aber jetzt kommts…  Muss ich wirklich sagen, dass von dem ganzen Training nicht mehr viel zu sehen ist? All die Arbeit, für nichts?

Der Blick in den Spiegel bestätigte mir, was ich eigentlich längst wusste: Ich hatte Beziehungsspeck angelegt! Die deftigen Essen bei seiner Familie, die abendlichen Treffen mit gemeinsamem Abendessen… all das hatte seinen Tribut gefordert.

Was mich allerdings wundert: Wenn ich vorher versucht habe, für meinen Exfreund fitter zu werden, ihm zu gefallen - diese Gedanken und Wünsche sind komplett weg. Irgendwann im Laufe der Zeit ist mir aufgefallen, dass kein Wunderkörper dabei hilft, eine Beziehung in Gang zu halten. Es ist wie ein Gift, dass sich durch deine Gedanken frisst. Wenn ich nur dünner, sportlicher wäre, dann würde er bei mir bleiben. Das hat sich lange Zeit in meinem Kopf festgesetzt, eine völlig verquere Art von "in einer Beziehung muss man auch an sich selbst arbeiten".

Mein Weg war steinig, bis ich das erkannt habe. Es war grundsätzlich einfach total falsch, mir einzureden dass Liebe und Beziehungen irgendwas mit dem Körpergewicht zu tun haben. Denn: Kein noch so sexy Hüftschwung kann einen schlechten Charakter kaschieren! 
Aber was bleibt, ist der Wunsch, wieder etwas fitter zu werden. Treppen steigen sollte keine Atemnot zur Folge haben ;)

Ich für meinen Teil werde aber nicht wieder mit blogilates anfangen - zumindest nicht intensiv. Viel lieber würde ich gerne mal die 10 Tage Challenge von sagtediewaage ausprobieren - der Dezember eignet sich ja hervorragend dazu, dem ganzen Geschlemme an Weihnachten/Neujahr vorzugreifen! Natürlich könnt ihr hier auf meinem Blog nachlesen, wie ich mich so geschlagen habe.

Aber das wichtigste: Ich mache das hier für mich.
Nicht für meinen Freund, nicht weil ich unbedingt eine Kleidergröße weniger brauche. Ich tue es nicht, was ich mit meinen 64 kg auf 1,68 m schon Schwierigkeiten habe, eine passende Hose in 38 zu finden  - obwohl sich mein Gewicht gut verteilt (ich weigere mich, eine 40 zu kaufen. Das kann ja wohl nicht wahr sein!!). Und schonmal überhaupt nicht, weil ich diese Lücke zwischen den Oberschenkeln brauche (Ladies, ich bin Mediengestalterin. Photoshop ist mein Element. Glaubt nicht alles, was ihr seht!!).

Es geht um das positive Gefühl etwas geschafft zu haben. Eine Aufgabe zu meistern, und etwas zu tun, weil ich es will.

Ich hoffe, dieser Post hat euch ein bisschen zum Nachdenken gebracht, ob das Spiegelbild wirklich so schlimm ist - oder ob ihr euch dazu zwingt, es schlimm zu finden, weil es nicht den Medien entspricht. 

Alles Liebe,
Nessa


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